Dieses Kapitel stammt aus meinem Buch "Backpacking - Reisen ist Nebensache". In diesem einzigartigen Buch findet ihr zahlreiche weitere Geschichten und Erlebnisse aus einem verrückten Jahr in Australien und Asien, die euch einen realistischen Blick in das abgefahrene Leben eines Backpackers geben dürften.
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Die monatliche Full Moon Party am Strand von Haad Rin auf Koh Pha Ngan ist unter Backpackern wohl eines der bekanntesten Events in ganz Südostasien. Jeden Monat zum Vollmond findet an diesem Strand eine unglaubliche Beachparty mit in der Hochsaison bis zu 30.000 Menschen statt. Natürlich konnte ich mir das dank jeder Menge Erzählungen von Rob und Rick nach meiner Ankunft in Asien nicht entgehen lassen – eigentlich war die Full Moon Party sogar der Grund für meinen high-speed Trip nach Koh Pha Ngan.
Das Ressort, in dem wir bei Freunden wohnten, lag leider auf der anderen Seite der Insel in Hat Yao. Daher war auch dort aufwärmen und vortrinken angesagt.
Neben Rob, Rick und mir waren inzwischen auch meine Freundin Jules sowie Ricks Kumpel Matt mit seiner koreanischen Freundin Lucky in unserem Ressort untergebracht. Dazu kamen die beiden Betreiber des Ressorts, Kim und Vic, sowie eine Gruppe von sechs oder sieben Animateurinnen aus Kanada, die ebenfalls dort Urlaub machten.
Normalerweise ist auf der Full Moon Party einfach jeder komplett auf Drogen. Ich war allerdings am Tag vorher in den Genuss von Vics hausgemachten Spacecake gekommen und so stoned gewesen, dass ich selbst vier Stunden und drei Liter Orangensaft später noch nicht einschlafen konnte und 15 Minuten brauchte, um die Kontaktlinsen aus meinen glasigen Augen zu pulen. Außerdem bin ich generell kein großer Fan von Drogen und verzichtete somit auf das pure MDMA Pulver, das meine Freunde sich reinzogen. Allerdings musste ich diesen Vorsprung der anderen natürlich mit mehr Alkohol aufholen.
Als die Bar des Ressorts keine brauchbaren Getränke mehr hergibt, weil wir einfach schon alles leergesoffen haben, entschließen wir uns, in einer Strandbar weiter vorzutrinken. Ich denke nicht, dass „Vortrinken“ es in unserem Zustand noch unbedingt trifft, da ich mich jetzt schon kaum noch artikulieren oder geradeaus laufen kann, aber der Abend ist ja auch noch jung.
Rob und Rick sind der festen Überzeugung, dass wir alle noch fahren können und die Motorroller nehmen sollten. Da die Beiden älter und damit natürlich auch vernünftiger als ich sind, widerspreche ich nicht. Auch der Rest der Gruppe scheint dagegen keine Einwände zu haben. Vic und Kim sitzen bereits in ihrem 4x4 Geländewagen und rasen schreiend vom Hof in Richtung Strand. Ich erinnere mich schwach an eine Konversation, als wir die Roller ausliehen und uns schworen, niemals betrunken zu fahren. Allerdings muss ich mich direkt wieder wichtigeren Dingen zuwenden: Rob hat das letzte Bier in der Hand und ICH WILL ES!
Als ich auf dem Roller sitze und ihn starte, spüre ich zwei Hände an meiner Hüfte und ein Hauchen in mein Ohr:
„Do you mind taking me for a ride, honey?“
Es ist eine der Kanadierinnen. Warum nicht – wenn ich sie dafür später zu etwas Sex on the Beach überredet bekomme, bevor wir überhaupt bei der Full Moon Party ankommen, kann ich mir dort gleiche noch Nummer zwei suchen. Kopfkino ist etwas Großartiges.
Als ich gerade mit der Kanadierin auf meinem Roller losfahren will, erblicke ich Rob. Beim Versuch den Roller zu starten und unbeschadet loszufahren, schießt er samt Gefährt in das Gebüsch vor ihm und fällt natürlich auf die Schnauze. Diese und ähnliche Situationen sollten sich mit Rob an diesem Abend noch sechs weitere Male abspielen und damit enden, dass er glücklicherweise den Schlüssel verliert. Kinder, betrunken fahren ist keine gute Sachen, auch nicht wenn man nur einen 100cm³ Motorroller fährt. Außer natürlich in Thailand, da ist alles erlaubt und die Polizei ist käuflich.
Ich möchte das Leben meiner unschuldigen Begleitung nicht riskieren, ohne das vorher von ihr absegnen zu lassen. Ich vergewissere mich daher lieber noch einmal, ob sie sicher ist, eine Mitfahrt bei einem betrunkenen Idioten wie mir riskieren zu wollen. Anscheinend lebt die Kleine nicht besonders gerne. Nach einem Kuss auf die Wange sagt sie, ich sei witzig und solle losfahren. Meinetwegen, ich habe sie gewarnt.
Nach der ersten Kurve auf dem Weg geht es einen kleinen Berg herauf. Zuvor war es nie ein Problem gewesen, hier im zweiten Gang hochzufahren. Heute ist das anders. Ich versuche mich an meinen Physikunterricht zu erinnern und komme zu der Schlussfolgerung, dass das an dem zusätzlichen Gewicht auf meinem Rücksitz liegt. Wie könnte man dieses Problem nun ausgleichen, um letztendlich doch den Berg hochzukommen? Die Rechnung in meinem betrunkenen Kopf sieht in etwa so aus:
Wenn 1 Person + 2. Gang = OK,
und 2 Personen + 2. Gang = nicht OK,
dann 2 Personen + 1. Gang = OK.
Wie sich jeder, der nicht vollkommen besoffen oder auf Drogen ist, ausmalen kann, geht diese Gleichung nicht besonders gut auf.
In der Sekunde, in der ich nach Einlegen des 1. Ganges die Kupplung loslasse, geht mir der Roller auch schon unter dem Arsch weg und stellt sich aufs Hinterrad. Ich laufe, mit beiden Händen immer noch am Lenker, hinterher und gebe dadurch natürlich noch mehr Gas. Bei diesem Anblick bricht Rick vor Lachen fast zusammen und verreißt natürlich seinen Roller mit Jules auf dem Rücksitz. Rob, der die Situation in seinem drogenverquollenem Gehirn noch nicht richtig einzuordnen vermag, starrt mir nur hinterher und kann Rick nicht mehr ausweichen, als dieser auf ihn zu fährt. Als ich meinen Roller in einem Gebüsch am Straßenrand zum Stehen bringen kann und mich umdrehe, kann ich mich selber vor Lachen kaum halten. Da sitzt die Kanadierin mitten auf der Straße, offensichtlich unverletzt, aber nicht begeistert von ihrem unsanften Abstieg. Daneben liegen Rob, Jules und Rick, halb lachend, halb fluchend, auf dem Boden unter ihren beiden Rollern und versuchen irgendwie aus diesem Trümmerhaufen raus zu kommen. Die Straße ist außerdem übersät mit abgebrochenen Teilen unserer fahrbaren Untersätze.
Als wir uns alle wieder gefangen haben, folgt eine kleine Schadenaufnahme, die zum Glück relativ gering ausfällt. Die Kanadierin ist unverletzt. Puh, also schon mal keine Klage wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen mich. Rob, Jules und Rick haben alle einige Schrammen, sind aber zu zugedröhnt, um es zu merken. An ihren Rollern fehlen hier und da ein paar Plastikteile, und es gibt natürlich unzählige Kratzer. Außerdem fehlt ein Seitenspiegel. Das Heck meines Rollers ist komplett hinüber. Bremslicht, Radabdeckung, Verkleidung, Rückleuchte, alles im Arsch. Die Reparatur wird mich eine Woche später bei der Rückgabe 1000 Baht, also umgerechnet 25 Euro kosten. Da sonst niemand verletzt wurde, war es den Spaß definitiv wert.
Die Kanadierin ist zwar bescheuert genug, um wieder bei mir auf den Roller zu steigen, ich habe allerdings das Gefühl, dass ich mit ihr heute Nacht nicht mehr besonders viel Spaß haben werde. Scheiß drauf, hier rennen genug andere Frauen rum. In der Strandbar beim Rest der Gruppe angekommen, brechen natürlich auch alle anderen vor Lachen in Tränen aus, als sie die Story von unserem kleinen Crash hören. Selbstverständlich kommt keiner auf die Idee, nach unserem Wohlbefinden zu fragen. Wozu auch, bei der Menge an Alkohol und Drogen, die wir alle bereits konsumiert haben, spüren wir sowieso nicht mehr viel.
Nach ein paar weiteren Runden Bier und Tequila schaffe ich es tatsächlich, bereits um elf Uhr abends, das erste Mal kotzen zu müssen. Ich bin sehr gespannt was der Rest des Abends noch zu bieten hat. Bis zu diesem Zeitpunkt war es das reinste Chaos, und ich denke nicht daran, nur wegen eines unwilligen Magens jetzt schon Schluss zu machen! Gegen Mitternacht geht es auf der Ladefläche eines Pick-up Taxis einmal um die halbe Insel zum Strand von Haad Rin. Das heißt, ich bin mit den Kanadierinnen und ein paar Typen, die wir in der Bar kennen gelernt haben, unterwegs. Ich habe keine Ahnung, wo Rob, Rick und der Rest meiner Freunde abgeblieben sind.
Als wir endlich bei der Full Moon Party ankommen, kann ich meinen Augen fast nicht trauen. Der mehr als einen Kilometer lange Strand ist komplett überfüllt mit Menschen. Musik jeder Richtungen dröhnt aus unzähligen Bars direkt am Strand auf eine bunte Masse tanzender Jugendlicher aus allen Teilen der Welt. Leute trinken Alkohol aus kleinen Eimern, die von den örtlichen Thais verkauft werden. Der Blick im Gesicht vieler Partygäste lässt ungefähr erahnen, welche Mengen von MDMA, Speed oder LSD sich in ihrem Blut breitgemacht haben. Betrunkene werden von transsexuellen Prostituierten umzingelt und in dunkle Ecken gelockt, wo ihnen bei einem Blowjob die Taschen leergemacht, oder sie gleich gewaltsam ausgeraubt werden. Im seichten Wasser hat sich eine kontinuierliche Wand aus Menschen gebildet, die sich dort offensichtlich ihres Blaseninhaltes entledigen. Diese Wand wird an einigen Stellen für maximal zwei Meter unterbrochen, um Platz für das eine oder andere knutschende Pärchen im Wasser zu machen. Wie kaputt und auf Drogen muss man sein, um IN EINEM MEER AUS PISSE zwischen hunderten pinkelnden Männern rumzumachen?
Ich bin augenblicklich begeistert von diesem Event und freue mich schon auf das zweite Mal Full Moon Party, bevor die erste richtig angefangen hat.
Die erwähnten Eimer, gefüllt mit alkoholischen Getränken, erwecken selbstverständlich sofort meine Aufmerksamkeit. Schon sehr bald sollten sie natürlich zu meinem Verhängnis werden. Da ich keine Ahnung habe, wie ich in dieser Menschenmenge jemals meine Freunde finden soll, besorge ich mir einen Eimer Wodka-Sprite Mischung und bleibe bei den Kanadierinnen. Nach zweien dieser Eimer bin ich allerdings so betrunken, dass der Rest des Abends mehr oder weniger bruchstückhaft an meiner bewussten Wahrnehmung vorbeigeht und auch trotz Erzählungen und Bilder nicht alle Ereignisse rekonstruiert werden konnten. Bis mein Bewusstsein wieder komplett einsetzte, passierten unter anderem aber wohl folgende Dinge:
- Ich tanze vor einer der Bars mit meinem Eimerchen Wodka und einer der Kanadierinnen. Es ist nicht die, die ich vorher mit meinem Motorroller fast umgebracht hätte, welche Überraschung. Kurze Zeit später fangen wir an rumzumachen.
- (fehlende Szene)
- Ich stehe auf einem vollkommen verdreckten Klo und unterhalte mich mit irgendeinem Typen neben mir. Außer eines String-Tangas trägt er keine Klamotten und ist von oben bis unten mit Neonfarbe bemalt.
- (fehlende Szene)
- Die Verkäuferin an einem der Eimer-Stände brüllt mich an. Es geht anscheinend um den Preis für den neuen Eimer Wodka in meiner Hand, allerdings kann ich sie nicht verstehen, da ihr Englisch geradezu lächerlich ist. Ich lege 200 Baht auf den Tisch, forme durch Drücken meiner Zunge von innen gegen die Wange eine vulgäre Geste und gehe.
- (fehlende Szene)
- Ich laufe alleine und orientierungslos über den Strand. Weder die Kanadier noch meine Freunde sind irgendwo zu sehen.
- (fehlende Szene)
- Irgendjemand macht mit meiner Kamera ein paar Bilder, auf denen ich ein wildfremdes Mädchen im Arm – oder besser fast auf dem Arm – habe. Sie trägt eine dieser bescheuerte Kayne West Brillen und hat einen Plüschvogel in der Hand. Auf einem der Bilder BEIßE ICH IHR IN DIE WANGE?!
- (fehlende Szene)
- Ich laufe wieder alleine mit einem neuen Eimer in der Hand über den Strand und suche meine Freunde.
- (fehlende Szene)
Irgendwann wache ich auf einem Gartenstuhl mitten am Strand auf. Es ist nach wie vor Nacht und die Party noch in vollem Gange. Auf dem Stuhl neben mir sitzt Matts Freundin Lucky mit ihrem Kopf an meiner Schulter und schläft. Ich checke augenblicklich meine Taschen, aber es scheint noch alles da zu sein. Eher die Ausnahme, wenn man in einer solchen Location einschläft. Allerdings habe ich meine Schuhe nicht mehr an und trage außerdem nur noch eine einzige Socke, die komplett durchnässt ist. Wie zum Teufel komme ich hier hin und WO SIND MEINE SCHUHE???
Ich wecke Lucky. Sie ist offensichtlich noch auf Drogen und außerdem nicht weniger besoffen als ich. Viel Licht ins Dunkel bringen kann sie daher nicht, aber anscheinend habe ich sie und den Rest meiner Freunde irgendwann beim Tanzen vor einer Bar gefunden. Was sagt man dazu, es geschehen noch Zeichen und Wunder, und manchmal scheint Gott mich doch lieb zu haben.
Wir raffen uns auf und laufen los, um den Rest der Bande zu suchen. Nach einer halben Stunde finden wir Rob, Rick, Jules und Matt tatsächlich vor einem Supermarkt am Strand. Sie sind in einem erschreckenden Zustand – selbst für Backpackerverhältnisse.
Jules ist noch einigermaßen normal, wenn allerdings doch recht betrunken.
Matt ist offensichtlich so auf Drogen, dass er keine fünf Sekunden still stehen kann, nur noch auf der Stelle tippelt und mit dem Kopf zur Musik nickt.
Rick ist von oben bis unten voller Flecken und Dreck. Seine Augen können anscheinend absolut gar nichts mehr fokussieren, und er starrt mit offenem Mund ins Leere.
Rob hat es am schlimmsten erwischt. Er ist mindestens genau so dreckig und nass wie Rick. Allerdings liegt er schlafend - oder vielleicht schon eher bewusstlos – vor dem Supermarkt. Um ihn herum stehen und liegen unzählige leere, halb, volle und ausgelaufene Bierflaschen. In seinem Arm hält er einen fast vollen Eimer, dem Geruch nach zu urteilen gefüllt mit Jägermeister-Redbull.
Ich habe weder die Kraft, noch die Geduld, nach den Details der vergangenen Stunden zu fragen, und hole mir erst einmal ein Bier. Anscheinend liegt Rob schon eine ganze Weile hier und ist nicht wachzukriegen. Das muss ich natürlich sofort testen. Aus unserer Zeit in Brisbane weiß ich, dass Rob in der Tat einen sehr festen Schlaf hat, besonders nach einer Nacht auf MDMA. Dies war immer wieder ein willkommener Anlass, um ihn mit Müll und Toilettenpapier zu „dekorieren“, wenn er schlief. Und selbst ohne Drogen; Egal wie lange und laut man in der Nacht Sex im Hostelzimmer hatte, Rob wurde garantiert als einziger nie wach. Aber wäre doch gelacht, wenn man den Typen selbst dann nicht aufwecken kann, wenn man es aktiv versucht!
Ich rüttle an seinen Schultern. Keine Reaktion.
Ich rüttle stärker und rufe seinen Namen. Nichts.
Ich fange an ihn zu kitzeln und ihm direkt ins Ohr zu schreien. Er zuckt nicht einmal.
Ich stecke ihm meinen Finger in Nasenlöcher und Ohren, ziehe seine Augenlider hoch und rüttle an seinem Kopf. ABSOLUT NICHTS!
Selbst als ich ihm etwas von meinem Bier in die Unterhose gieße, kommt vom ihm absolut GAR NICHTS!!!
Würde er nicht friedlich und konstant atmen, wäre ich mittlerweile ein wenig besorgt. Da er aber offensichtlich noch lebt und einfach unglaublich tief schläft, bleibt in dieser Situation nur eins zu tun: Den Betrunkenen dekorieren.
Es folgt eine Viertelstunde Fotosession mit uns, Rob, und allen Utensilien, die wir irgendwie finden können. Unmengen Bierflaschen auf und um ihn herum, Strohhalme in seinen Ohren und Nasenlöchern, Sand in seinen Socken, seiner Unterhose und in seinem Gesicht und Mund. Und das alles beinahe ohne Reaktion seinerseits. Faszinierend, erschreckend und unterhaltsam zugleich.
Irgendwann schaffen wir es tatsächlich, ihn wach zu bekommen. Nach einem frischen Bier ist er im Prinzip wie neu, und die Nacht kann weiter gehen. Ich bin mittlerweile auch wieder fit und auf gewohntem Alkohollevel.
Die nächste halbe Stunde verläuft relativ stressfrei, bis ich es schaffe, mit einem einzigen dummen Spruch die ganze Harmonie wieder zu zerstören. Als Rick und ich am Strand stehen und zu unserer Belustigung den Prostituierten bei der Akquise neuer Kunden zuschauen, läuft eine Thailänderin an uns vorbei. Ich denke nicht einmal drüber nach, dass sie uns hören könnte und kommentiere zu Rick mit folgendem Satz:
Ich: „Mate, you see her? She looks like a proper Ladyboy, doesn't she?”
Ich habe den Satz kaum beendet, als ich auch schon von ihr eine mit der flachen Hand ins Gesicht bekomme.
Sie: „You don't call me ladyboy! I am real women! You asshole!“
Ich (vollkommen überrascht und erschrocken): „Oi, are you fucking crazy you stupid cunt?“
Sie: „Don't call me ladyboy!“
Sie holt aus, um mir noch eine zu knallen. Als Rick sie festhält, fängt sie an nach mir zu treten!
Rick: „Hey hey hey, calm da fuck down woman!“
Sie: „Don't touch me! I'm not fucking ladyboy! He call me ladyboy!“
Rick: „No he didn't, relax for fuck sake!“
Ich: „Yeah calm down and stop punshing me!“
Die Alte dreht vollkommen durch. Es ist unglaublich. Sie schreit, schlägt, tritt und lässt sich einfach nicht beruhigen! Immer wenn es aussieht, als hätten wir sie beruhigt, dreht sie wieder durch! Irgendwann schafft Jules es, sie ein wenig ruhig zu kriegen, und sagt, sie solle mitkommen. Als die Beiden verschwunden sind, schauen Rick und ich uns nur ungläubig an:
Ich: „Mate, what da fuck was that? Fucking nuts that bitch!“
Rick: „I know! Looks like even Thai women got a bit of dignity, who would have thought!“
Jules kommt wieder.
Jules: „Alright let's get going. I took her into the crowd and just turned around and left her. Hopefully we won't see that crazy bitch again tonight!“
Zum Glück sahen wir sie wirklich nicht wieder in dieser Nacht und hatten unsere Ruhe.
Als am Ende der Nacht die Sonne über dem Meer aufgeht, wird das ganze Ausmaß der Full Moon Party sichtbar. Der Strand ist voll von Flaschen, Eimern, Kleidungsstücken, Müll jeglicher Art, herumliegenden und schlafenden Alkoholleichen und jeder Menge nach wie vor zugedröhnter Leute. Ein sehr einprägender Anblick, die Schönheit dieses Sonnenaufganges gepaart mit den Abgründen einer kaputten Generation von jugendlichen Backpackern aus der ganzen Welt zu sehen.
Wir machen uns auf den Weg nach hause. Während Rob und Rick bereits wieder zu Hochtouren aufgelaufen sind, kann ich mich kaum noch auf den Beinen halten.
Das Problem mit den Taxis zur Full Moon Party ist, dass sie immer nur bis zum Fährhafen in Thong Sala fahren. Will man, wie in unserem Fall, zum weiter nördlich gelegenen Teil der Insel kommen, muss man umsteigen und selbstverständlich auch neu bezahlen. Dieser Umstand war mir allerdings auf dem Hinweg nicht so recht bewusst geworden, da das Umsteigen lediglich eine willkommene Gelegenheit zum Bier kaufen war und ich für das Taxi sowieso nicht selber bezahlt hatte.
Als wir also in Thong Sala ankommen und aufgefordert werden, uns ein weiteres Taxi zu nehmen, sind wir alle zwar nicht begeistert, aber zu fertig, um noch über lächerliche 100 Baht zu streiten. Alle bis auf Rob. Die Mischung aus MDMA, Alkohol und Sand in der Unterhose macht anscheinend selbst aus einem sonst recht friedlichen und umgänglichen Menschen ein streitsüchtiges Arschloch. Nachdem er den Taxifahrer mehrere Minuten anschreit und wild beschimpft, droht dieser einfach ohne Rob loszufahren. Darauf hin kommt Rob auf die großartige Idee, einfach auf das Dach des Pick-Ups zu klettern und sich nicht mehr vom Fleck zu bewegen. Während meine Freunde und ich das natürlich unendlich lustig finden und ihn mit lautem Jubel anfeuern, sind der Taxifahrer, sowie alle anderen Fahrgäste, die dank uns schon 15 Minuten in einem stehenden Taxi sitzen, nicht sonderlich glücklich über das Verhalten. Rob dagegen springt und klettert fröhlich weiter auf dem Taxi rum und besteht darauf, nicht erneut für die Fahrt zahlen zu müssen. Als er dann irgendwann seine Hose herunter zieht und anfangen will AUF DAS TAXI ZU PINKELN, lenkt der entnervte Taxifahrer tatsächlich ein und stimmt zu, ihn umsonst mitfahren zu lassen. Für einen kurzen Moment überlege ich, auf gleiche Art und Weise meine 100 Baht wieder einzufordern, aber nach 12 Stunden Alkoholkonsum bin ich dazu beim besten Willen nicht mehr im Stande. Rob besitzt tatsächlich die Dreistigkeit, noch in aller Ruhe pinkeln zu gehen, bevor er endlich ins Taxi steigt und wir weiterfahren können.
Als wir endlich an unserem Resort angekommen sind, sind Jules, Lucky und Matt schon tief und fest am schlafen. Ich kann meine Augen ebenfalls kaum noch aufhalten. Rob und Rick sehen aus, als ob sie noch mindestens 48 Stunden weiterfeiern könnten. Und wahrscheinlich auch werden.
Nach ein paar Stunden Schlaf wache ich gegen 14 Uhr durch die unerträgliche Hitze auf und gehe in die Bar. Rob und Rick sind IMMERNOCH wach und starren mit offenen Mündern auf den Fernseher, der Episoden der Simpsons mit thailändischem Untertitel ausstrahlt.
Ich: „Fuck me, did you guys sleep at all??“
Rick: „I tried, but I just can't. Is there any beer left in this place?“
Rob: „Who are you? We hate Germans. You lost the war.“
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Dieses Kapitel stammt aus meinem Buch "Backpacking - Reisen ist Nebensache". In diesem einzigartigen Buch findet ihr zahlreiche weitere Geschichten und Erlebnisse aus einem verrückten Jahr in Australien und Asien, die euch einen realistischen Blick in das abgefahrene Leben eines Backpackers geben dürften.
Um das Buch zu kaufen, schaut euch einfach bei Amazon um!

ich hab dein buch natuerlich sofort gekauft. die probekapitel sind einfach zu geil... voegeln, trinken, reisen - was gibts besseres? derzeit noch in irland, gehts im januar nach oz. lg, sarah ;)
AntwortenLöschenDas hört man gerne! Wann und wo biste denn in OZ? Anfang Januar bin ich auch noch in OZ! Lg
AntwortenLöschenFull Moon Party = Reine Abzocke nur bekiffte und total bescheuerte Leute.
AntwortenLöschenKann ich nicht bestätigen, obwohl schon echt viele Hippies da rumlaufen. Aber mit genug Alkohol und den richtigen Leuten kann man schon was draus machen!
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